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26.03.2023

Ein Saisonabschluss nach Mass

(m.s)
Frühes Aufstehen, Zeitumstellung, Aargau: Nichts davon konnte die Wild Pigs am Sonntag aufhalten. Mit zwei mehrheitlich starken Auftritten sicherten sich die Wild Pigs zum Saisonabschluss vier Punkte, Platz zwei und ein gutes Ende für zwei ihrer gestandenen Kräfte.


Baden liegt nicht gerade am Weg. Und die Halle erinnert eher an einen Bunker mit Bergpreis als an ein Sportzentrum. Dass im Aargau offensichtlich auch noch eine andere Zeit herrscht, sorgt ebenso wenig für Freudensprünge. Aber sei es drum.

Sonntag, 9 Uhr, das Wetter ist mies, die Frisur sitzt. Für die Wild Pigs stand die letzte Runde der Meisterschaft 2022/2023 auf dem Programm, und die Weinländer nahmen sich fest vor, die Saison mit einem Paukenschlag zu beenden. Klar, Platz eins war bereits ausser Reichweite, doch die goldene Ananas sollte möglichst noch den Weg ins Wildsauenland finden. Ausserdem galt es, den gestandenen Führungskräften Dario Lüthi und Remo Bosshardt, die beide ihren letzten Auftritt im Dress der Wild Pigs hatten, einen glorreichen Abschluss zu bereiten. Auf der Menükarte standen Schimmel aus Lengnau und Tiger aus Elgg.


White Horse Lengnau III vs. UHC Wild Pigs 6:9

Die Gastgeber dieser letzten Runde waren schon die ganze Saison über eine Wundertüte. Je nach Kader, die sie gerade stellten, waren sie ein starker oder eher mittelmässiger Gegner. Den Wildsauen war das aber egal. Sie scherten sich einen feuchten Unrat darum, wer ihnen gegenüber stand. Zwei Punkte sollten her, alles andere interessierte nicht.

Der Start verlief dann allerdings nicht nach dem Gusto der Andelfinger. Im Gegenteil: Etwas mehr als fünf Minuten waren gespielt, als die Schimmel bereits mit 2:0 in Führung gehen konnten. Innert weniger Sekunden hatten die Aargauer doppelt getroffen. Es war Zeit für eine Reaktion. Tatsächlich konnte Raphi wieder nur kurze Zeit später verkürzen. Der Pass kam vom Alteisen Bösse.

So richtig rund lief es trotzdem noch nicht. Das nächste Tor gehörte wieder Lengnau. Und auch nachdem sich Däre, das zweite Alteisen, in die Torschützenliste eingetragen hatte, wussten die Gastgeber den 2-Tore-Vorsprung relativ rasch wiederherzustellen.

Doch die Wild Pigs waren stets bemüht. Und siehe da, in den Schlussminuten der ersten Halbzeit lief die dritte Formation heiss, traf doppelt und sorgte für ausgeglichene Verhältnisse (4:4) beim Pausentee.

Zweite Halbzeit, ca. 9.25 Uhr, mieses Wetter, ausgeglichener Spielstand, die Frisur sitzt. Für die letzten 20 Minuten dieses Spiels begann alles nochmals von Null. Und dieses Mal erwischten die Wild Pigs den besseren Start. Kaum rollte der Ball wieder, lag er auch schon hinter dem Lengnauer Goalie. Flo der Fuchs hatte die Wildsauen erstmals in Führung gebracht. Dieser knappe Vorsprung hatte nun etwas länger Bestand, doch war auch er nicht von Dauer. Nach knapp neun Minuten glichen die Aargauer aus.

Doch dann folgte abermals ein grosser Auftritt der dritten Formation. Innert weniger Zeigerumdrehungen schnürte sie wieder ein Doppelpack. Es sollte letztlich die Entscheidung in diesem Spiel sein. Auch Jan und Raphi trafen bis zur Schlusssirene nochmals, was letztlich zum Sieg führte. Okay ja, dazwischen versuchte Alteisen Bösse noch dafür zu sorgen, dass man ihn künftig nicht allzu sehr vermisst, schoss er doch von hinter dem eigenen Tor den Gegner an, wovon Goalie Chäspi prompt überrascht und bezwungen wurde. Jänu. Am Ende ist ein Sieg ein Sieg, Manipulationsversuche des Coachs hin oder her.


UHC Wild Pigs vs. UHC Elgg II 5:3

Zwei Punkte waren also bereits eingetütet, nun wartete mit Elgg ein weiterer schwieriger Gegner. Doch wer einmal zwei Punkte geholt hat, der will auch vier. Und so lautete die Mission: Die Tiger bodigen. Sonntag, 10.50 Uhr, Wetter immer noch mies, die Frisur sitzt.

Zu Herzen nahm sich das der Coach höchstpersönlich. Offensichtlich hatte er sich kurzfristig umentschieden und dachte nun doch, ein bisschen vermisst zu werden, wäre eigentlich noch lässig. Und so machte er seinen Lapsus aus dem vorigen Spiel wieder gut und versenkte die Kugel schon nach kurzer Zeit im gegnerischen Tor.

Es war der Auftakt einer der besten Halbzeiten, die dieses Wild-Pigs-Ensemble in jüngster Zeit aufs Parkett gezaubert hatte. Der Gegner wurde fast gänzlich aus dem Spiel genommen, hinten verteidigten die Wild Pigs solidarisch, Goalie Nici streute immer mal wieder einen wichtigen Save ein, und gleichzeitig sorgte man vorne regelmässig für Gefahr. Das 2:0 war dann eine schöne Einzelaktion von Flo dem Fuchs, der selbst den Ball eroberte und gleich auch vollendete. Nochmals Bösse und Jan stellten das Skore bis zur Pause auf ein komfortables 4:0.

Auch nach dem Unterbruch schien es zunächst im gleichen Stil weiterzugehen. Bald fiel das 5:0 und der Mist schien geführt. Doch das war er nicht, bauten die Wild Pigs plötzlich selbst den einen oder anderen Mist und bremsten sich durch unnötige Strafen selbst aus. Tatsächlich zeigte der Elgger Tiger plötzlich Krallen und kam bis auf 5:3 heran. Aber am Ende blieben die Krallen schlecht geschnittene Fingernägel und die Tiger einfache Kätzchen. "Bend but don't break" wird das auf Engelisch genannt, was die Weinländer Defensive in dieser Phase gezeigt hatte. Also: beugen, aber nicht brechen. Die Wildsauen setzten nun wieder vermehrt ihre Hauer ein und boten Elgg wieder Paroli. Mehr noch: Sie brachten das Spiel mehr oder weniger souverän über die Zeit und sicherten sich am Ende den verdienten Sieg.


Fazit

Die Saison ist vorbei und sie hätte kaum besser enden können. Vier Punkte und damit den starken zweiten Tabellenrang konnte man sich sichern. Ein gutes Resultat. Und ein schöner Abschluss für unsere zurücktretenden Kumpanen Dario Lüthi und Remo Bosshardt, die in den letzten Jahren stets treibende Kräfte in der Mannschaft waren. Als routinierte Unihockeyaner lieferten sie wertvolle Inputs und natürlich Scorerpunkte. Ausserdem verstanden sie es oft, enge Partien in den richtigen Momenten an sich zu reissen. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an die beiden Herren. Sie werden eine Lücke hinterlassen. Für den Rest des Teams bedeutet das: "Next man up!" Glücklicherweise macht das, was nachrückt, Freude. Insofern sollten die Wild Pigs auch in Zukunft gut aufgestellt sein.

Einziger Wermutstropfen des Sonntags: die Verletzung von Luca. Man wünscht gute Besserung und erwartet ihn baldmöglichst in alter Stärke zurück im Team. Das gilt auch für die anderen Verletzten (Sevi, Chris, Kai) und die sonntäglichen Rücken-Jammeris (Mario, Päde).

Etwas Statistik: Die Wild Pigs beenden die Saison mit insgesamt 105 Toren bei 77 Gegentreffern. Das entspricht einem Durchschnittsresultat von ungefähr 5:4 oder 6:4. Ganz offensichtlich war also die Defensive das Prunkstück dieser Mannschaft. Sie war es auch, die den Grundstein für die guten Leistungen (13 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen) in dieser Saison legte. Darauf gilt es auch im nächsten Herbst (bzw. vermutlich schon im Sommer im Cup) aufzubauen. Dann kommt es gut. Und noch wichtiger: Die Frisur sitzt.

In diesem Sinne: Sau, Sau, Wildsau!
Autor: M. S. aus A.
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